Gehlweiden (heute Galwiecie) im ehem. Kreis Goldap in Ostpreußen

Das kleine Galwiecie liegt heute etwa fünf Kilometer südlich der polnischen Grenze zur russischen Oblast Kaliningrad. Früher trug Galwiecie den deutschen Namen Gehlweiden und lag im Kreis Goldap im östlichen Ostpreußen.

 

Inmitten der Natur, direkt an einem ruhigen See gelegen, stand ein großes Herrenhaus, das Rittergut Gehlweiden. Daniel von Wiersbitzki hatte Gehlweiden 1726 gekauft. Nach dem Tod des Generals Friedrich Corvin von Wiersbitzki 1823 veräußerte es dessen Erbe. So kam das Gutshaus mitsamt der Ländereien 1832 in den Besitz derer von Horn. Der Gutsherr Emil von Horn verstarb zu Jahresbeginn 1900, wodurch Gehlweiden 1906 nach zwei Besitzerwechseln an den Gutsbesitzer Arthur Stoessel von der Heyde gelangte.

 

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges nahmen russische Truppen zweimal Teile Ostpreußens ein. Der Stab eines russischen Armeekorps bezog während dieser Besetzung im Rittergut Gehlweiden Quartier. Mit dem Abzug ging das Herrenhaus in Flammen auf. Wenig später verstarb der mit dem Wiederaufbau befasste Arthur Stoessel von der Heyde im Mai 1916. Seitdem führte seine Witwe Helene das Gut, das 1922 644 Hektar Land umfasste.

Arthur und Helene hatten fünf Kinder. Doch keines übernahm den elterlichen Besitz. Denn Helene erzog in die Großstadt Königsberg und verkaufte Gehlweiden 1930/31 an die Ostpreußische Bau- und Siedlungsgesellschaft. Diese errichtete im Umland viele Häuser und Höfe für „Neusiedler“. Das Gutshaus selbst wurde 1931 zu einer Schule unter dem Lehrer Ferdinand Grigoleit umfunktioniert.

 

Im Oktober 1944 begann die Rote Armee ihre Offensive auf Ostpreußen. Die Gehlweidener*innen flohen und traten den beschwerlichen Weg gen Westen an. Die meisten Einwohner*innen aus dem Kreis Goldap fanden in Niedersachsen eine neue Heimat. Manche der entwurzelten Gehlweidener Familien sahen in den kriegszerstörten Westzonen keine Zukunft und wanderten z. B. in die USA aus.

 

Anders als viele Gutshäuser in Ostpreußen existiert das Herrenhaus in Galwiecie noch immer. Es wird heute von mehreren Familien bewohnt.

 

Durch das „Anschriften-Buch des Kreises Goldap“ von 1939 sind alle ehemaligen deutschen Einwohner-Familien von Gehlweiden namentlich bekannt.

 

Ich suche Zeitzeug*innen aus Gehlweiden, alte Fotos von Familien, Häusern, dem Gemeindeleben, des Gutshauses, alte Dokumente wie kirchliche bzw. standesamtliche Urkunden, Briefe, Sterbebilder (Totenzettel) u.v.m. aus Gehlweiden. Ebenso gesucht werden Zeitzeug*innen, Fotografien und Dokumente aus den umliegenden Dörfern, vor allem aus Rakowken.

 

Bitte dort klicken für:

Aktuelles

 

05.08.2022:
VORTRAG:

"Durch fremde, ruchlose Hand wurde ihrem Leben ein Ende gesetzt" - Der Hemdener Doppelmord von 1919.
19.00h im Hemdener Saal, Bocholt.

 

30.07.2022:
VORTRAG: 

Die Bocholter Brauereien im 19./20. Jahrhundert.

17.00h, Im Tangerding 2 (im alten Gebäude der Hirsch-Brauerei Tangerding), Bocholt.

 

10.11.2021:

PRESSETERMIN

Vorstellung des Stickeralbums zum 800-jährigen Stadtjubiläum. Verkauf vom 15.11.2021-15.01.2022 in den Bocholter EDEKA-Märkten Elskamp, Frericks, Görkes und Harmeling.

 

06.10.2021:

VORTRAG ("Geschichte ist mehr...")

Ein Unbescholtener als Bauernopfer von NSDAP und Gestapo - Die Verfolgung und der Tod des Bernhard Mensinck nach einem kirchenfeindlichen Eklat in Borken

19.30h im VHS-Forum, Heidener Str. 88, Borken

 

27.05-12.09.2021:

AUSSTELLUNG

Menschen leben im Bocholter Stadtwaldlager

Stadtmuseum Bocholt, Osterstr. 66

gemeinsam mit Lisa Merschformann, Anke Hochgartz, Hermann Oechtering und Josef Niebur